Kurz gesagt
Jacob van Campen (gestorben 1657) war ein Maler aus Haarlem, der den klassischen Stil in die niederländische Baukunst brachte. Er entwarf das Amsterdamer Rathaus am Dam, heute der Königliche Palast, mit dessen Bau die Stadt 1648 begann. 1654 verließ er die Arbeit nach einem Streit, und das Gebäude wurde ohne ihn vollendet.
Ein Herr, der malte
Van Campen wurde in Haarlem in eine wohlhabende Familie geboren; als Jahr wird 1595 oder 1596 genannt. Er war Herr eines Landguts, Randenbroek, und malte vor allem zum Zeitvertreib. 1614 trat er der Malergilde des heiligen Lukas bei.
Vermutlich verbrachte er einige Jahre in Italien, bis 1624. Von dort brachte er die Ideen der italienischen Architekten Andrea Palladio und Vincenzo Scamozzi und des römischen Autors Vitruv mit.
Ein Haus, ein Theater, das Mauritshuis
Sein erster bekannter Bau ist das Coymans-Haus in Amsterdam von 1625. In den 1630er Jahren entwarf er mit Pieter Post das Mauritshuis in Den Haag.
In Amsterdam baute er 1637 und 1638 das neue Theater an der Keizersgracht. Es wurde 1664 und 1665 ersetzt, und nur sein Torbogen ist geblieben.
Das Rathaus und der Streit
Dann kam ein neues Rathaus für Amsterdam, am Dam. Es steht auf 13.659 Holzpfählen. Während es gebaut wurde, wohnte Van Campen in der teuersten Unterkunft der Kalverstraat.
1654 ging er nach einem Streit, wahrscheinlich über den Entwurf der Tonnengewölbe. Der Stadtbaumeister Daniël Stalpaert übernahm die Leitung und vollendete das Werk. Das Rathaus wurde am 29. Juli 1655 eingeweiht, obwohl es noch nicht fertig war. Die Skulpturen stammen von Artus Quellinus.
Nach ihm
Van Campen starb am 13. September 1657 in Amersfoort. Seine Ideen reisten weiter als er selbst: Das Rathaus und das Stadtschloss von Potsdam in Deutschland gehen auf sie zurück.
Sein Rathaus diente der Stadt bis 1808, als es König Louis Bonaparte als Palast angeboten wurde.
Wo du hinschauen solltest
Stell dich auf den Dam und schau auf den Königlichen Palast. Such den Eingang. Ein so prächtiges Gebäude hat sieben kleine Bögen, wo man ein großes Portal erwarten würde. Schau dann hinauf zur Kuppel: Die Wetterfahne obenauf ist ein vergoldetes Schiff.
Wo es zu sehen ist
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